Wilder Westen Inklusive (Teil 1)

Wilder Westen Inklusive (Teil 1)
Der erste Teil meines Roadtrips während des Jahreswechsels 2003 - 2004, an dem die meisten Erinnerungen und Gefühle hängen!
Ich habe bereits von einigen Ausflügen geschrieben, die ich im Südwesten der USA gemacht habe. Da war die "Ochsentour", dann die Fahrt nach Tombstone oder der Ausflug nach Mesilla. Dies waren allesamt schöne Erlebnisse, die ich nicht missen möchte. Der Roadtrip, an dem jedoch meine meisten wunderbaren und glücklichen Erinnerungen hängen, war die Reise, die ich während des Jahreswechsels 2003 - 2004 gemacht habe. Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, daß dies mit die schönsten Tage meines Lebens waren. Ich bin auch heute noch überaus froh, daß ich mir kurz vor jener Reise eine Videokamera gekauft habe und dies gefilmt habe. So brauche ich nicht zu befürchten, daß die Erinnerungen mal verblassen.

Nun aber genug zur Einleitung, jetzt kommt nun der erste Teil meines persönlichen "Wilder Westen Inklusive" Erlebnisses. In den 80er Jahren gab es eine kleine Serie, von der ich den Namen "geborgt" habe, denn darin spielt diese Gegend auch eine Rolle.

Wie oben geschrieben, habe ich die meisten Sachen dieses Ausfluges gefilmt. Mit der modernen Technik heutzutage ist es glücklicherweise auch möglich, einzelne Bilder aus solchen Videos zu extrahieren. Die Bilder haben sicher nicht die Qualität, die sie hätten, wären sie mit einem digitalen Foto gemacht worden, aber sie zeigen dennoch einige Eindrücke dieses Ausfluges. Wobei... ganz richtig ist es nicht, was ich grad geschrieben habe. Ich habe auch ein paar Fotos mit einer Digitalkamera geschossen, jedoch sind die meisten Dinge nur auf Video. Der Fotoapparat auf dem Titelbild dieses Beitrags ist ein normaler Fotoapparat mit Film.

Mein Roadtrip führte von El Paso nach Phoenix, weiter nach Los Angeles, Las Vegas und zurück über Phoenix nach El Paso. In diesem ersten Teil des Berichts geht es bis nach Los Angeles.

Los gehts und angeschnallt: Ich bin am 27.12.2003 mit meinem Mietwagen, einem Chevrolet Cavalier gestartet und, wie so oft, auf die I10 nach Westen. Leider habe ich damals von diesem Auto kein Foto gemacht. Hier ist zumindest ein ähnliches Foto aus dem Internet.

2005.chevrolet.cavalier
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Meine Mietwagen war weiß und natürlich nicht so sportlich wie dieser auf obigem Foto. Es ein 4Türer, etwa in Vectra - Größe mit dem 2L/2.2L Ecotec - Motor, wie ihn auch Opel verbaut. (Gehört ja auch zu GM). Der lief gar nicht schlecht. Ausgestattet mit Tempomat und Automatik, wie fast alle Autos "drüben", war es natürlich sehr gut geeignet, um aus dem Auto heraus zu filmen. Hier nun einige Fotos vom Highway durch den Desert:

cap002
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Zero Visibility Possible - Null Sicht möglich... Dieses Schild steht genau in der Gegend, in der wir unseren Sandsturm ganz zu Beginn des USA - Aufenthaltes hatten. Wie ich damals erfahren konnte, war das Schild nicht übertrieben.

An diesem Dezembertag (!) war das Wetter jedoch gut und für deutsche Wintergewohnheiten gradezu heiß (18°), so daß mich nichts von meiner Fahrt durch die Savanne von New Mexico, Arizona und Kalifornien aufhalten konnte. Doch, ein Vorfall hielt mich kurz auf. In dem Moment, als er geschah, bin ich etwas erschrocken, jedoch nachher mußte ich drüber schmunzeln.

Was war passiert? Nun kurze Vorbemerkung: Es ist so, daß kurz hinter der Staatengrenze von Texas nach New Mexico ein "Grenzhäuserl" steht, in dem vor allem die LKWs (18-wheelers), aber auch die PKWs kontrolliert werden. Vor und hinter mir war weit und breit kein Auto zu sehen, so daß ich ganz alleine an dieses Grenzhäuserl kam. In dem Haus sah ich auch niemanden, so daß ich mit Schrittgeschwindigkeit vorbeigerollt bin und an jenem Stopschild nicht sofort bremste, sondern es eher wie ein "Vorfahrt achten" - Schild nutze und weiter rollte. Daraufhin sah ich im Rückspiegel einen Beamten aus dem Häuserl springen und wild gestikulieren. Ich trat sofort auf die Bremse, er kam herangelaufen und fragte, ob ich nicht wisse, was ein Stopschild sei. Ich sagte ihm, daß ich aus Deutschland käme und durchaus wisse, was ein Stopschild sei, jedoch niemand in dem Haus gesehen hab. Er began zu grinsen, als er hörte, daß ich Deutscher sei und meinte, daß wir in Deutschland zwar so schnell fahren dürften, wie wir wollten, es in Amerika jedoch ratsam sei, bei einem Stopschild auch stehen zu bleiben. Ich entschuldigte mich und er wünschte mir, nun wesentlich freundlicher, eine gute Weiterreise. :o)

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Später, in Tucson - Arizona, machte ich kurze Pause um diverse "Geschäfte" zu erledigen und die Beine zu vertreten. Danach fuhr ich weiter in Richtung Phoenix, wo ich einen wundervollen Wüstensonnenuntergang erleben durfte. Auch wenn die gesamte Gegend von West Texas nach Kalifornien klimatisch gesehen als Trockensavanne bezeichnet werden kann, ist es doch interessant zu sehen, daß es immer wieder andere Pflanzen zu sehen gibt.

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Die Saguaro - Kakteen, baumhoch und in der Wüste Arizonas sehr viel vertreten. In Süd - West - Texas sieht man sie beispielsweise wiederum selten. Ich selbst hab in West Texas keinen gesehen und mich umso mehr gefreut, sie in Arizona zu sehen, denn diese Gewächse verbinde ich mit diesen Gegenden.

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Wüstensonnenuntergang. Phantastisch. In diesen Gegenden sieht man solche Sonnenuntergänge zwar sehr oft, da es mehr Sonnen- als Wolkentage gibt und dennoch ist jeder neue Abend atemberaubender als der vorhergehende. Keine Sorge, ich habe die meiste Zeit auf die Fahrbahn geschaut! Bei den modernen Videokameras mittlerweile ist ja ein kleiner Bildschirm zum Ausklappen angebracht, so daß es reicht, von Zeit zu Zeit kurz auf das Display zu spitzeln, um zu sehen, ob man noch das Richtige filmt.

Nicht viel später kam ich nach Phoenix, wo ich ursprünglich vorhatte, ein Motel zu beziehen. Jedoch fand ich in Phoenix kein passendes Motel und ich wollte nicht zu weit vom Highway nächtigen, so daß ich zwar etwas in Phoenix "rumgefahren" bin, aber später meine Fahrt nach Westen fortgesetzt habe. Ich möchte dennoch zwei Bilder von Phoenix nicht vorenthalten und weise darauf hin, daß sie Ende Dezember aufgenommen wurden!!!

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Eine lange Palmenallee im Abendhimmel im Winter. Winter!!!

Nun, wie bereits geschrieben, habe ich an jenem Abend meinen Weg nach Westen noch fortgesetzt und ich war so im Fahren, mit meinen 80er CDs im Radio, daß ich sogar noch bis Kalifornien gekommen bin und erst in Blythe, dem ersten Ort hinter der Grenze von Arizona und Kalifornien, ein Motel6 aufgesucht habe. Die Motels dort sind standartmäßig mit einem Doppelbett, Dusche, Klimaanlage und Fernseher mit kostenfreien Programmen ausgestattet. Die Nacht kostete 35 Dollar, so daß es auch heute noch möglich ist, einfach in den Westen aufzubrechen, wie früher. Nur wesentlich sicherer, da man nicht Angst haben muß, zu hungern, oder von Tieren verspeist zu werden und es ist wesentlich komfortabler.

Frisch erwacht und gestärkt bin ich am nächsten Vormittag - mittlerweile war es der 28.12.2003 - wieder auf die I10, hab meine 80s CDs in das Radio eingelegt, eine Dr. Pepper ausgepackt und bin los. Was fürs Filmen gilt, gilt natürlich auch fürs Denieren. Mit Tempomat "Cruise Control" und Automatik ist´s echt super zu trinken. Ich mach das hier mit meinem Trans Am auch manchmal. Ich hoffe, daß dies nun keiner liest, der sein Auto zu einer speise- und trinkfreien Zone erklärt hat. ;o)

Der Weg führte mich vorbei an Orangenplantagen, kleineren Ortschaften und so langsam kamen die Berge von San Bernadino zum Vorschein, hinter denen nicht mehr weit Los Angeles liegt. Halt, langsam: In den Staaten sind die Distanzverhältnisse natürlich komplett anders, als in Deutschland. Der Bundesstaat Texas allein ist größer als Germany. Ein "nicht mehr weit" dauert durchaus noch 3 bis 4 Stunden Fahrt, was jedoch auch an den Geschwindigkeitsbegrenzungen von max. 120km/h liegt. Diese Speedings werden auch stark kontrolliert, u.a. mit Flugzeugen von oben aus. Und nicht zu selten steht ein Fahrzeug der Highway Patrol zwischen den Fahrbahnen des Highways.

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Sowas gibts sicher auch nur in Kalifornien. (Palm Springs) Im Vordergrund Palmen und im Hintergrund schneebedeckte Berggipfel.

Wie gesagt, kam ich ein paar CDs später in Los Angeles an. Genau wie auf der "Ochsentour" im Oktober 2003 bin ich auch dieses Mal sofort nach Santa Monica und beschloss den Nachmittag am Strand des Pazifik zu verbringen. Der Grund dafür war der, daß dies irgendwie für mich ein "Angekommen" war. Bereits als Kind auf dem Fahrrad hab ich oft der Sonne hinterhergesehen und mir vorgestellt, wo sie wohl "hingeht". Natürlich wußte ich, daß die Erde rund ist und sich um die Sonne dreht. Dennoch war dieser Nachmittag am Strand von Santa Monica eine Art "ich bin jetzt da"! Nicht einfach zu beschreiben...

Nach einem Nachmittag kommt auch ein Abend und diesen Abend werd ich nie vergessen.

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Dieses Foto ist auch aus dem Video heraus, das folgende ist mit der Digicam gemacht:

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Ich saß am Strand mit der Videokamera in der rechten Hand, der Spiegelreflexkamera um den Hals und der Digicam in der linken Hand. Alle 10 Sekunden dachte ich: "Matthias mach ein Foto, sowas siehst nie wieder..." So kam es, daß ich mich auch dazu zwingen mußte, den Moment zu geniessen, was auf der anderen Seite auch nicht zu schwer war.

Während meines Aufenthaltes in LA nahm ich ein Motel in Orange County. Wobei... ich muß nochmal auf den Plan sehen, ob es tatsächlich Orange County war. Sollte es woanders gewesen sein, sag ich nochmal bescheid.

Den Tag darauf, 29.12.2003, nutze ich, um Beverly Hills, Bel Air und Hollywood erneut zu erkunden und bei den Reichen und Schönen vorbei zu schauen.

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Ich kanns nur wiederholen. Es war WINTER!!!!

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Zu jener Zeit lief dort gerade "Paycheck" an. Ich weiß allerdings nicht, wie der Film in Deutschland hieß, bzw. ob er dort überhaupt gezeigt wurde.

Steht man an der Position, von der aus ich das Chinese Theatre oben gefilmt habe und senkt den Kopf, dann sieht man dies:

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Im Jahr 1994 schrieb er "I´ll be back". 2003 wurde er Gouvernator... ;o)

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Es soll auf einer sog. "Ochsentour" einige German Greenhorns gegeben haben, die vergeblich versuchten, in Hollywood den Walk of Fame zu suchen, weil sie ihn in einer Fußgängerzone annahmen. Jedoch hätten sie schon längst wissen müssen, daß es in LA so gut wie keine "Fußgängerzonen" gibt. ;o)

Dies war nun der Ende des ersten Teiles meines Reiseberichtes.

Ich hoffe, das Lesen hat ein wenig Spaß gemacht! Bald kommt Teil 2! :o)

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